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Ali Ahmeti
Ali Ahmeti

Der Aufstand der "Albanischen Nationalen Befreiungsarmee" (NLA) im Jahr 2001 beförderte Mazedonien an den Rand eines Bürgerkrieges. Der Aufstand wurde von Ali Ahmeti geführt, damals ein Guerillaführer, heute ein prominenter Politiker und Vorsitzender der größten albanischen Partei in Mazedonien, der Demokratischen Union für Integration (DUI).

Ahmeti kommt aus dem Dorf Zajas im Westen Mazedoniens. Anders als die meisten Bewohner aus ethnisch albanischen Dörfern, besuchte er ein Gymnasium und die Universität in Pristina, wo er Philosophie studierte. Während und nach seiner Zeit an der Universität beteiligte er sich an Demonstrationen im Kosovo, wofür er festgenommen und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde.

1986 suchte er um politisches Asyl in der Schweiz an. Auch im Ausland blieb er politisch aktiv. Er koordinierte Proteste der albanischen Diaspora und übernahm eine Rolle in der Widerstandsbewegung im Kosovo.

2001 kehrte Ahmeti schließlich aus der Schweiz zurück. Im selben Jahr begann die NLA ihren Aufstand unter der Führung von Ali Ahmeti, und griff die Streitkräfte der mazedonischen Regierung an. Bald hatten die Rebellen viele Dörfer rund um die nordwestliche Stadt Tetovo, sowie die Region zwischen Tetovo und Kumanovo unter ihre Kontrolle gebracht. Sie drangen sogar bis nach Arachinovo vor, einem Vorort von Skopje. Sieben Jahre danach hält Ahmeti den damaligen Aufstand für gerechtfertigt:

"Niemand will den Krieg mit all seinen Leiden und der Zerstörung, besonders nicht wir Albaner. Aber wir wurden in diese Situation gezwungen, da wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatten, wir versuchten alles, was auf legalem Weg möglich war … Es gab Ungerechtigkeit gegenüber den Albanern … und deshalb kam es zum bewaffneten Konflikt."

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Ali Ahmeti. © 2008 pre tv. All rights reserved.

In einem Versuch, einen Bürgerkrieg im Land zu verhindern, trafen sich die Führer beider Seiten im Sommer 2001, um ein Friedensabkommen auszuarbeiten. Das Ergebnis nach zwei Verhandlungswochen im Badeort Ohrid, unter der Vermittlung von EU und den USA, war das Rahmenabkommen von Ohrid. Ahmeti blieb den Verhandlungen fern, hielt aber ständigen Kontakt zu den albanischen Verhandlungsvertretern Arben Xhaferi und Imer Imeri. Ahmeti bezeichnete das Abkommen damals als "einen Kompromiss, bei dem die Albaner Gewinner sind." Sechs Jahre später, im Jahr 2007, betrachtete er die Umsetzung als erfolgreich:

"Ich denke, dass es seit 2001 einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen gibt. Die Albaner fühlen sich heute dem Staat viel näher, und zwar wegen der Mitarbeit der Albaner bei der Polizei, beim Militär, in der Administration, der Gesetzgebung betreffend die Universität Tetovo, des bevorstehenden Gesetzes über den Gebrauch nationaler Symbole und wegen des bevorstehenden Gesetzes über den Gebrauch der albanischen Sprache auf lokaler Ebene usw. Die Albaner fühlen sich dem Staat gegenüber loyaler, und zukünftig werden weitere Verbesserungen, die im Ohrid-Abkommen beschlossen wurden, sicher umgesetzt werden. Die Albaner betrachten diesen Ort endgültig als ihre Heimat, ihren Staat."

Nach dem Ende des Aufstandes gründete Ahmeti die Demokratische Union für Integration (DUI). In den ersten Wahlen im September 2002 gewann die Partei eine klare Mehrheit der albanischen Stimmen und 16 Sitze im Parlament. Die DUI ging eine Koalition mit der Sozialistischen Demokratischen Union (SDSM) und den Liberaldemokraten ein. Als eine Kompromisslösung wurde allerdings beschlossen, das Ahmeti als ehemaliger Rebellenführer keine Regierungsposition übernehmen würde.

Bei den nächsten Wahlen im Juli 2006 ging die DUI wiederum als stärkste Partei der ethnischen Albaner hervor, ihr wurde jedoch nicht die Partnerschaft in der Koalition unter Nikola Gruevski angeboten. Dies veranlasste die DUI, das Parlament in der ersten Hälfte 2007 zu boykottieren. Dieser Boykott wurde jedoch beendet, nachdem Premierminister Gruevski einigen Schlüsselforderungen nachgab. So zum Beispiel dem Abkommen von 46 Gesetzesentwürfen, die unter das sogenannte Badinter Prinzip fallen sollten, unter welchen bestimmte Arten von Gesetzen nicht ohne die Zustimmung der Parlamentarier, die ethnische Minderheiten repräsentieren, verabschiedet werden können.

Bei den letzten Parlamentswahlen im Juni 2008 kam die DUI mit 18 Parlamentssitzen abermals als stärkste albanische Partei hervor und besiegte klar ihren Kontrahenten, die Demokratische Partei der Albaner (DPA), welche elf Sitze gewann. Nach langen Verhandlungen wurde im Juli die Bildung einer neuen Regierung zwischen der VMRO-DPMNE unter Nikola Gruevski und der DUI verkündet.

July 2008

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