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Obrad MuminJelena Mumin
Obrad and Jelena Mumin

Obrad und Jelena Mumin leben in dem kleinen isolierten Bergdorf Mala Crna Gora, übersetzt "Kleines Montenegro". Einst lebten 70 Menschen in diesem Dorf. Jetzt sind es nicht mehr als 20-25 Personen, die den Winter in Mala Crna Gora verbringen. Es ist ein hartes Leben. Obrad Mumin's Eltern starben als er noch ein kleiner Junge war.

Obrad Mumin lebt auf einer kleinen Farm zusammen mit seiner Frau und seiner Schwester Jelena. Es ist ein Leben geprägt von Armut und harter Arbeit. Der Schönheit der Sommermonate steht der grausame Winter gegenüber, von dem Obrad erzählt:

"Was den Sommer betrifft, ist es herrlich hier. Eine schöne Berggegend, viele Touristen sind hier, so viele, wie in keinem Dorf sonst. Menschen, die extra hierher kommen, solche die hier vorbeikommen, andere die hier Rast machen. Herrlich schön - glaube mir - im Sommer gibt es eine solch reine Luft, reines Wasser, eine Pracht, alles ist ganz ausgezeichnet.

Was aber den Winter betrifft, so ist es schlecht. Es fällt eine riesige Menge Schnee, mehr brauche ich gar nicht zu sagen. Und hier ist im Sommer jedes Haus voll -� glaube mir - es kommen die, die weggezogen sind, die sich in der Ferne niedergelassen haben, die gegangen sind. Sie haben dort Häuser, Wohnungen, ihre Kinder haben sie dort und sind ihnen nachgefolgt. Die ziehen dann von hier weg, sie wollen hier nicht mehr den Winter verbringen.

Einst gab es hier 70 Einwohner und jetzt sind es um die zwanzig, fünfundzwanzig höchstens. Mehr schaffen es nicht, hier zu überwintern. Alles Opas und Omas. Und 'Tschüss', 'Auf Wiedersehen', es ist niemand mehr da. Es gibt keine lebende Seele mehr. So ist das.

Weil man abgeschnitten ist im Winter, weil man 6 Monate abgeschnitten ist - glaube mir, weil man nicht nach Zabljak kommt, nur deswegen wollen wir weg. Weil du hier, wenn du eine Spritze oder etwas anderes brauchst - glaube mir - dann musst du sterben, denn du kommst von hier zu keinem Arzt."

Seine Schwester Jelena fügt hinzu:

"Wir haben Fernsehen, wir haben Radio, wir haben alles, wir verfolgen alles, als ob wir in Podgorica wären. Und dann stricken wir den Winter über. Weißt du, im Sommer haben wir keine Zeit, das zu machen und im Winter schalten wir den Fernseher ein und nehmen unsere Nadeln und auch die Spindel. Bei Gott wir haben noch eine mit Fußantrieb! Und wir spinnen, wir stricken Socken, Pullover und so. Und Gott weiß, sonst gar nichts."

April 2008
ESI

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