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The Dubioza Kolektiv
The Dubioza Kolektiv

"Dubioza Kolektiv" ist eine Band aus Sarajewo. Ihre Lieder, zumeist auf bosnisch, sind eine Mischung aus Reggae, Dub und Rock. Sie sind oft politisch, kritisieren Nationalismus und treten für Toleranz und Verständigung ein. 2004, 2006 und 2008 veröffentlichten sie neue Alben.

Einer ihrer bekanntesten Lieder mit dem Titel "dreiköpfige Monstergeschichte" macht sich lustig über die drei Mitglieder der Präsidentschaft:

"Zerstöre das dreiköpfige Monster
Rette uns vor Unheil
Jetzt brauchen wir eine Revolution
Wir akzeptieren keine Scheinlösung."

Die Band erklärt:

"Die dreiköpfige Präsidentschaft ist nur eine Metapher für all die Probleme und sie ist unnütz. Sie hat kein Mandat und ist total unwichtig. Sie sind nur da, um sich wichtig zu machen und einen riesengroßen Geldbetrag für nichts auszugeben. Und zu dem Zeitpunkt, als das Lied entstand, bestand die Präsidentschaft aus drei wirklich lächerlichen Figuren."


Dubioza Kolektiv – "Triple Head Monster"

Die Musikgruppe steht auch der Rolle der Ausländer in Bosnien kritisch gegenüber, besonders der des Büros des Hohen Repräsentanten (OHR), derjenigen internationalen Institution, die Gesetze per Dekret in Kraft setzen kann, das bosnische Parlament überstimmen und gewählte Politiker entlassen kann:

"In der Nachkriegszeit war diese Tatsache besonders schädlich für dieses Land: dass der OHR grundsätzlich die höchste Autorität im Land war, mit der Macht, die Präsidenten und Premierminister oder das gesamte Parlament abzusetzen, was sie mehrmals getan haben, aber sie haben es verabsäumt, dass zu tun, was wichtig war."

Adisa Zvekic, die Sängerin, verlor im Krieg beinahe ein Bein. Noch als Teenager begann sie, in einer Gruppe zu singen:

"Ich begann mit fünf oder sechs Jahren zu singen. Ich singe die ganze Zeit, ich habe sehr früh begonnen und irgendwann erkannte ich, dass es etwas Stärkeres war als ich. Als ich das erste Mal in einer Band sang, war das noch sehr kindlich. Ich war ungefähr 13 Jahre alt, es war das Jahr 1993 und der Krieg wütete. Mein Bruder und seine Freunde hatten eine Band oder so was ähnliches, es war nicht wirklich eine Band; es war eher wie Straßen Hip-Hop mit Improvisation und Veranstaltungen, zu denen sich Jugendliche versammelten. Es gab nicht allzu viel Granatenbeschuss in Zenica, aber es gab enormen Druck; wir hatten alle Hunger, es war eine Frage des Überlebens. In der Nacht gab es Momente ohne Strom, nur Dunkelheit. Dann bildete sich eine Gruppe und wir sangen ein bisschen, so wurden wir 'Gluvo Dova'."

June 2008
ESI

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