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Drago Josipovic
Drago Josipovic

Drago Josipovic ist bosnischer Kroate und kehrte zurück, um in seinem Heimatdorf Ahmici zu leben, nachdem er eine zwölfjährige Haftstrafe verbüßt hatte. Das Urteil wurde im Januar 2000 vom Internationalen Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag verhängt, und beschuldigte Josipovic, an dem Massaker in Ahmici 1993 beteiligt gewesen zu sein.

Drago Josipovic ist ehemaliger Arbeiter in einer Chemiefabrik und lebt in Ahmici-Santici. Er wurde vom ICTY im Januar 2000 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden. Josipovic diente in der regulären bosnisch-kroatischen Armee (HVO-BiH). Das Gericht sprach ihn für schuldig, an dem Massaker am 16. April 1993 beteiligt gewesen zu sein, als in einem Überraschungsangriff 116 Bosniaken, unter ihnen 32 Frauen und elf Kinder, getötet wurden.

Drago Josipovic wurde wegen seiner Rolle bei der Ermordung des Dorfbewohners Musafer Puscul, dessen Haus in Brand gesetzt wurde und dessen Familie dabei starb, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

 
Drago Josipovic am ICTY - Drago Josipovic auf Ahmicis katholischem Friedhof

Josipovic leugnete von Anfang an, diese Kriegsverbrechen begangen zu haben. Er behauptet, dass er im Gegenteil versucht habe, muslimischen Freunden an diesem Tag zu helfen.

Seine Berufung gegen seine Verurteilung wurde vom ICTY abgewiesen, seine Haftstrafe aber auf 12 Jahre verringert. Nach seiner Freilassung im Februar 2006 zog Josipovic - ehemaliger Arbeiter in der Slobodan Princip Seljo Chemiefabrik … - zurück in sein Haus in Ahmici-Santici. Seitdem hatte er niemals Probleme mit den Dorfbewohnern

"Als ich zurückkehrte, warteten 2.000 – 3.000 Leute auf mich, die wussten, dass ich unschuldig war und für nichts im Gefängnis gesessen hatte."

Viele Bosniaken aus dem Dorf denken ebenfalls, dass Josipovic unschuldig ist. Eine Nachbarin sagte vor Gericht als Zeuge aus, dass Drago Josipovic das Leben ihres Mannes rettete und sie und ihren Mann in ein anderes Haus brachte, um dort für eine Nacht Zuflucht zu finden. Mehmet Ahmic, ein lokaler Kaffeehausbesitzer, sammelte zusammen mit Freunden Unterschriften, um Drago Josipovic Forderung nach seiner Unschuld zu unterstützen. Insgesamt haben 27 Bewohner aus Ahmici eine Petition unterschrieben und den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens unterstützt. Dieser Antrag wurde jedoch 2004 vom ICTY abgelehnt.

Josipovic meint, die bosnisch-kroatische Militärpolizei sollte die Verantwortung für das Massaker übernehmen.

"Meiner Meinung nach war es die kroatische Militärpolizei. Und die sind die einzigen, die wissen, wer den Befehl dazu gab…"

Internationale Fahnder versuchten herauszufinden, was genau geschah und zweifelsfrei die Identität der Täter zu ermitteln, die zum Großteil Masken trugen.

Josipovics Verurteilung basierte auf der Aussage eines einzigen Zeugen. Dies zeigt, wie schwierig es war, die Fakten nach solch einem schrecklichen Vorfall zu ermitteln. Ein anderes Urteil gegen Vlatko Kupreskic, ein anderer bosnischer Kroate aus Ahmici, der später in sein Dorf zurückkehrte, basierte ebenfalls auf einer einzigen Zeugenaussage und wurde später von der Berufungskammer des ICTY aufgehoben.

June 2008
ESI

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