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Haxhi Zeka Kulla, Peja
Haxhi Zeka Kulla, Peja. Foto: Gail Warrander

Mit ca. 6.000 Einwohnern war Isniq schon immer eines der größten Dörfer des Kosovos. Heute ist es für seine Wehrtürme, die Kullas, bekannt – traditionelle albanische Steinhäuser aus den Wirren der letzten Jahrzehnte des osmanischen Reiches. Isniq liegt am Fuß der "Verfluchten Berge", zwölf Kilometer von Peja (Pec) entfernt.

Vor dem Krieg von 1999 dominierten Dutzende zwei- und dreigeschossiger Kullas das Bild Isniqs. Als Symbole albanischer Kultur wurden 1999 alle bis auf einige wenige von serbischen Truppen dem Erdboden gleichgemacht. In der Gemeinde Decan, in der Isniq liegt, wurden 70 von insgesamt 263 Kullas zerstört, 161 wurden beschädigt.

Das albanische Wort Kulla leitet sich vom türkischen Wort für 'Turm' ab. Traditionelle Kullas ähneln mit ihren bis zu einem Meter dicken Wänden befestigten Türmen. Zum Schutz gegen Eindringlinge gibt es im Erdgeschoss meist keine Fenster. Die Familie lebt im zweiten Stock und das aufwendig geschmückte, nur Männern vorbehaltene "Herrenzimmer" (oda e burrave) befindet sich traditionell im dritten Stock. Im oda e burrave trafen sich die Männer des Haushaltes und hießen Gäste willkommen. Der Haushaltsvorstand - der älteste Mann - und der wichtigste Gast saßen üblicherweise dem wärmenden Feuer am nächsten. Hier wurden bei einer Tasse türkischen Kaffees Entscheidungen über Ehen, Blutfehden und Politik getroffen. Die Kukleci und Osdautaj Kullas sind zwei wunderschöne Beispiele für Kullas mit oda e burrave. Dank internationaler Restaurierungsarbeiten können heute beide besichtigt werden.

Früher verbrachte das gesamte Dorf die Sommermonate auf den fruchtbaren Bergweiden in 2.000 Meter Höhe. Während der Wintermonate erzeugten die Frauen Teppiche, Decken und Kleidung aus Schafswolle.

May 2008

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