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Street in Carsija (Bazaar) of Skopje
Skopje

Skopje ist die Hauptstadt Mazedoniens. Mit knapp über einer halben Million Einwohnern beherbergt die Stadt ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Skopje liegt im Norden Mazedoniens, 15km von der Grenze zum Kosovo und 30km von der Grenze zu Serbien. 1963 wurde die Stadt von einem Erdbeben verwüstet, das über 1.000 Todesopfer forderte und 80 Prozent der Gebäude zerstört hat. Der damit einhergehende Verlust von historischem architektonischem Erbe und der Wiederaufbau während des kommunistischen Regimes hinterließen in der Stadt ihre Spuren. Der Reiseführer "Lonely Planet" beschreibt die Stadt wie folgt:

"In fünfzig Jahren werden Gelehrte vielleicht von diesem speziellen Ensemble von Betonwohnsilos, weiten, für Panzerparaden geeigneten Boulevards und bizarren Science-Fiction-Gebäuden schwärmen. Für den heutigen Betrachter hingegen mag es eher abgrundhässlich wirken. Die lokale Bevölkerung nimmt es mit Humor. Einer beschrieb das bunkerhafte Nationaltheater als 'Dem Opernhaus in Sydney ähnlich, nur quadratisch'." (Lonely Planet Guidebook, Western Balkans)

Die Stadt Skopje geht zurück auf eine römische Siedlung im 2. Jahrhundert vor Christus – Colonia Flavia Aelia Scupi. Obwohl militärisch zwar aufgrund der strategischen Lage wichtig, blieb Skopje politisch relativ unbedeutend, bis Stefan Dusan es 1346 als Stätte seiner Krönung zum Kaiser der Serben und Griechen auserkor. Am Ende des 14. Jahrhunderts, kurz nach der Schlacht auf dem Amselfeld 1389, kam die Stadt unter osmanische Kontrolle. Aufgrund der relativen Stabilität unter osmanischer Herrschaft verlor Skopje seine strategische Wichtigkeit als Festung, aber Handel und Handwerk ließen die Stadt florieren. 1683 hatte die Stadt 60.000 Einwohner und war ein wichtiges islamisches Zentrum. Skopje's Medresse galt nach Istanbul, Edirne und Bursa als die viertwichtigste im osmanischen Reich. Die Stadt war auch Sitz des griechisch-orthodoxen Metropoliten und eines katholischen Erzbischofs (Fikret Adanir, Skopje: Eine Balkan Hauptstadt).

Skopje's Entwicklung endete abrupt mit dem sogenannten "großen türkischen Krieg" und der damit einhergehenden Flucht des Großteils der Bevölkerung. Österreichische Truppen unter Eugen von Savoyen, unterstützt von Serben und Albanern, eroberten die Stadt im Jahr 1689 und setzten sie in Brand. Über Jahrzehnte war Skopje danach mit Ruinen von Moscheen, Häusern und öffentlichen Gebäuden übersät, die im Feuer zerstört worden waren. Fikret Adanir berichtet, dass ein ganzes Jahrhundert nach Skopjes Zerstörung die Stadtbevölkerung nur 5.000 bis 6.000 ausmachte. Erst im 20. Jahrhundert erreichte Skopje wieder die Bevölkerungszahl von 1683.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Skopje unter Tito Hauptstadt der Volksrepublik Mazedonien (Teilrepublik des föderalistischen Jugoslawiens). Durch die Ansiedelung von chemischer, Stahl- und Zementindustrie und einer Ölraffinerie, verwandelten die jugoslawischen Kommunisten die Stadt in ein Industriezentrum. Die Stadt zog Arbeiter von den umliegenden Regionen an und die Einwohnerzahl stieg von 70.000 nach dem Krieg auf 172.000 im Jahr 1961 (Fikret Adanir, Skopje: Eine Balkan Hauptstadt).

Nicht einmal das Erdbeben vom 26. Juli 1963, das – wie die österreichische Armee drei Jahrhunderte früher – die Stadt fast völlig zerstörte, konnte diese Entwicklung aufhalten. Geschätzte 1.100 Tote und 120.000 Obdachlose führten zu einer massiven Hilfsaktion der internationalen Staatengemeinschaft, unterstützt von Ländern sowohl östlich als auch westlich des Eisernen Vorhangs. Weil außer dem alten türkischen Bazar, dem größten westlich von Istanbul, keiner der alten Stadtteile erhalten blieb, bedeutete der Wiederaufbau die Errichtung einer ganz neuen, modernen Stadt.

Heute ist Skopje die Hauptstadt der Republik Mazedonien. Die Bevölkerung der Stadt spiegelt die ethnische Vielfalt des Landes. Der letzten Volkszählung von 2002 zufolge sind 67 Prozent der Bewohner Skopjes ethnische Mazedonier; 20 Prozent Albaner. Minderheiten wie Roma, Serben, Türken, Bosniaken und Vlachen stellen den Rest.

May 2008

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