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Millennium Bridge in Podgorica
Millenniumbrücke in Podgorica

Der Reiseführer "Lonely Plant" schreibt, die Hauptstadt Podgorica sei der "unansehlichste Ort von ganz Montenegro". Allerdings beginnen Wirtschaftswachstum und Investitionen die zweitjüngste Hauptstadt von Europa zu verändern. Eine neue "Millenium"-Brücke über den Moraca-Fluss wurde 2005 eröffnet. Ein neuer Flughafen folgte im Mai 2006. Zahlreiche moderne Appartementgebäude sind aus dem Boden gesprungen und verändern die sozialistischen Vorstädte der Stadt. Eine Fußgängerzone wurde errichtet und der Hauptplatz vollkommen umgestaltet. Etwa 144.000 Menschen leben heute in Podgorica.

Am Zusammenfluss der Ribnica- und Moraca-Flüsse in der Zeta-Ebene gelegen, war Podgorica schon im Mittelalter ein lebendiger Handelsstützpunkt. 1474 eroberten es die Osmanen und verwandelten den Ort in das Hauptbollwerk gegen die montenegrinischen Stämme. Nach dem Berliner Kongress 1878 wurde Podgorica ein Teil von Montenegro. Schwerste Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstörten die Stadt mit ihren 13.000 Einwohnern fast völlig. Nach dem Krieg wurde Podgorica die Hauptstadt der Sozialistischen Republik Montenegro, der kleinsten der sechs Republiken innerhalb von Titos Sozialistischer Föderativer Republik Jugoslawien. 1946 wurde die Stadt nach dem jugoslawischen Führer in "Titograd" umbenannt und behielt den Namen bis 1992 (Der internationale Flughafencode von Podgorica ist immer noch "TGD").

Der Sozialismus brachte nicht nur einen neuen Namen, sondern auch den Wiederaufbau der Stadt, deren Einwohneranzahl nun förmlich explodierte. Neben den neuen Verwaltungsgebäuden entstanden Wohnblöcke und in den frühen 1970ern kam eine Universität hinzu. Ein riesiges Aluminiumwerk am Stadtaußenrand wurde Montenegros größter Betrieb und beschäftigte zu seinen besten Zeiten etwa 4.000 Arbeiter.

Während zahlreiche andere sozialistische Betriebe in den 1990ern verschwanden, wurde das Aluminiumwerk erfolgreich privatisiert und ist noch heute Montengros größte Firma. Ein anderer Gigant, der überlebte und gedeiht, ist die "AD Plantaze", ein riesiges Weinbauunternehmen, das sich von den Vororten Podgoricas bis zum Skutari-See an der Grenze Albaniens erstreckt.

Trotzdem ist Podgoricas Wirtschaft nicht mehr von industrieller Produktion geprägt, sondern von Dienstleistungen. Podgorica ist unbestritten das Verwaltungs-, Finanz-, Handels-, Universitäts- und Medienzentrum von Montenegro.

April 2008

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