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Gracanica Monastery
Kloster von Gracanica. Foto: Strugar

Das serbische Dorf Gracanica liegt nur zehn Kilometer außerhalb von Prishtina. Die Ereignisse von 1999 verwandelten das verschlafene Dorf in ein Verwaltungszentrum für die cirka 81.000 Serben, die im Kosovo südlich des Flusses Ibar leben. Zwischen den traditionellen Bauernhäusern, Gänsen und Schweinen finden sich nun internationale Banken, Internetcafés und Außenstellen serbischer Regierungseinrichtungen. Dies verleiht einer an sich ländlichen Gemeinde einen semi-urbanen Anstrich.

Viele seiner 13.000 Einwohner sind Serben aus Prishtina, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Zivojin Rakocevic, Chefredakteur des serbischen Senders KIM Radio, ist einer von ihnen. Er beschreibt die Situation so: "Wir simulieren hier eine Hauptstadt… inmitten von Feldern."

Gracanica ist vor allem für sein mit Stacheldraht eingezäuntes und von schwedischen Truppen bewachtes Kloster bekannt. Die Klosterkirche ist ein Geschenk von König Milutin, unter dessen Herrschaft (1284-1321) das serbische Königreich mit der Hauptstadt Skopje bis zur Adria reichte. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Fresken aus dem 14. Jahrhundert sind großartige Beispiele byzantinisch beeinflusster Kunst. Sie werden Künstlern der Thessaloniki-Schule zugeschrieben und zeigen biblische Szenen, den Familienstammbaum der Herrscherfamilie der Nemanjiden und Portraits von Erzbischöfen und Patriarchen. 1539 verfügte Gracanica als Zentrum klösterlichen Lernens bereits über eine der ersten Druckerpressen Serbiens. 2002 bewarb sich das Kloster um die Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe.

May 2008

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