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Kosovo Serbs don't recognize the Kosovo government and hence do not have Kosovo plates
Kosovoserben erkennen die Regierung des Kosovo nicht an und verwenden daher keine
kosovoarischen Autokennzeichen. Foto: flickr/michaelculhane

Die Lage der Serben im Kosovo wie auch der Status des Kosovo sind das am heftigsten umstrittene Thema der heutigen internationalen Beziehungen. Diese Frage trennt Russland und China von den USA und Großbritannien in der UNO. In der EU stellen sich Frankreich und Deutschland deswegen gegen Griechenland und Spanien.

Nach der letzten offiziellen Volkszählung lebten im Jahr 1991 noch 194.190 Serben im Kosovo. Der Krieg hatte einen dramatischen Einfluss auf diese Situation; ungefähr 70.000 Serben verließen den Kosovo. Die Lebenswelt der urbanen Serben verschwand fast völlig, mit Ausnahme von Nord-Mitrovica. Im Gegensatz dazu hat ein großer Teil der ländlichen Serben den Kosovo nie verlassen.

Seit 1999 haben internationale Programme sowie Programme, die die kosovarische Regierung finanziert, nur 18.000 Serben und Angehörige anderer Minderheiten zurückgebracht (UNHCR, 2007). Eines der größten Hindernisse ist der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten. Während ländliche Serben von der Subsistenzlandwirtschaft leben können, sind die Jobs der Serben in den Städten fast völlig verschwunden. Für Serben, die womöglich früher für die serbische Regierung oder im öffentlichen Dienst gearbeitet haben, bestehen nur wenige Anreize zurückzukehren.

Eine detaillierte Analyse von ESI – die sich auf offizielle Zahlen der serbischen Regierung stützt – schätzt die Anzahl von Serben, die heute noch auf dem Kosovo leben, auf 128.000. Die Minderheit dieser kosovarischen Serben – um die 47.000 Menschen – leben in Nord-Mitrovica oder noch weiter nördlich des Flusses Ibar.

Serb family fleeing after March 2004 riots
Fliehende serbische Familie nach den Märzunruhen von 2004

Der Vorschlag des UN Spezialgesandten Martti Ahtisaari gibt den Serben im Kosovo gleiche Rechte wie den Albanern. Die serbische Sprache wird eine der zwei offiziellen Sprachen im Kosovo. Vier Gemeinden mit serbischer Mehrheit genießen bereits weitreichende Rechte der Selbstverwaltung, einschließlich des Rechts auf höhere Bildung und der Benennung der Polizeichefs. Sechs zusätzliche Gemeinden mit mehrheitlich serbischen Einwohnern werden noch geschaffen werden (einschliesslich Nord-Mitrovica). Es gibt Regeln, die die faire Repräsentation von Serben in öffentlichen Ämtern sicherstellen. Zwanzig zusätzliche Sitze im Nationalparlament sind für Minderheiten reserviert, von denen zehn an die Serbische Minderheit gehen. Die serbisch-orthodoxe Kirche genießt viele Privilegien und Immunitäten. Der Ahtisaari Vorschlag sieht besondere Schutzzonen für religiöse Einrichtungen vor.

Politiker in Belgrad jedoch haben den Ahtisaari-Plan abgelehnt und bestehen darauf, dass der Kosovo ein Teil Serbiens bleibt.

Karte 1: Wo Kosovoserben leben - Verteilung serbischer Grundschulen


Karte 2: Wo Kosovoserben leben - Gemeinde Gjilan

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Karte 3: Wo Kosovoserben leben - Gemeinde Strpce

May 2008

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