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Albin Kurti
Albin Kurti

Albin Kurti ist der Anführer der Bewegung "Vetevendosje !" (Selbstbestimmung). Während der 1990er Jahre war Albin ein Aktivist in der Studentenbewegung und engagierte sich bei Demonstrationen gegen das Milosevic Regime. Dann arbeitete er mit Adem Demaci zusammen, dem Sprecher der kosovarischen Befreiungsarmee. Während des NATO-Bombardements wurde er verhaftet und, als sich die serbischen Truppen nach dem 10. Juni 1999 vom Kosovo zurückzogen, war er einer der 2.000 albanischen Gefangenen, die nach Serbien überführt wurden. Er wurde erst zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, dann begnadigt und im Dezember 2001 freigelassen.

Nach seiner Rückkehr richtete sich der Zorn Kurtis gegen die UNMIK, die er als eine neokoloniale Struktur mit unbegrenzter Macht erlebte. Durch Organisation von Demonstrationen erlangte Vetevendosje mehr Aufmerksamkeit, als die Verhandlungen über den endgültigen Status des Kosovos begannen. Am 10. Februar 2007 organisierte Vetevendosje eine große Demonstration, um gegen die Pläne für eine "überwachte Unabhängigkeit" zu demonstrieren. 3.000 Demonstranten, junge Leute zumeist, gingen auf die Strasse. Im Augenblick, als die Menge versuchte, zum Regierungsgebäude und zum Parlament zu gelangen, wurden sie von 500 Polizisten und internationalem Wachpersonal gestellt. Die Polizei warf Tränengas und feuerte Gummigeschosse in die Menge. 70 Personen wurden verletzt, vier davon schwer, zwei starben am nächsten Tag im Krankenhaus.

In der Folge trat der kosovarische Innenminister Fatmir Rexhepi zurück, wie auch der Chef der internationalen UNMIK-Polizei, Stephen Curtis. Eine spezielle UN-Untersuchung fand Beweise für ?bertriebene Gewaltanwendungen und stellte fest, dass die Verwendung von Gummigeschossen nicht autorisiert worden war. Zu dem Zeitpunkt waren aber die dafür verantwortlichen Offiziere der rumünischen Spezialpolizei schon wieder nach Rumünien zurückgekehrt.

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"Selbstbestimmung!", © 2008 pre tv. All rights reserved..

Dieser Vorfall löste große Nervosität bei UNMIK und bei der kosovarischen politischen Elite aus, die fürchtete, dass solche Proteste die laufenden Statusverhandlungen negativ beeinflussen könnten. Um Vetevendosje und Albin Kurti mundtot zu machen, führte die Polizei eine Razzia im Hauptquartier von Vetevendosje durch und verhaftete ihn. Drei Monate später wurde Kurti aus dem Gefängnis entlassen, blieb aber bis Februar 2008 unter Hausarrest.

Albin bleibt weiterhin ein strenger Kritiker der internationalen Mission

"Alle hiesigen Institutionen sind der UNMIK völlig untergeordnet. Aber ohne Demokratie, ohne Freiheit können sich Dinge nicht zum Besseren verändern. In den ganzen neun Jahren, in denen diese Bürokraten - internationale und auch nationale - hier im Kosovo waren, haben sie nur daran gedacht, was sie verlieren könnten, nicht, was sie gewinnen könnten. Sie denken ständig daran, wie schlimm es werden könnte, nicht daran, wie es besser werden kann. UNMIK hat keine positiven Argumente für ihre Anwesenheit, sondern nur negative, wie es sein würde, wenn sie nicht da wäre.

Und dann siehst Du diese Bürokraten, wie sie während der Mittagspause aus dem UN-Hauptquartier strömen mit ihren Laptops und Mobiltelefonen, wie im Film "Die Matrix". Warum sind die alle hier im Kosovo? Doppeltes Einkommen, eine schnelle Beförderung, keine Verantwortung, keiner muss für seine Entscheidungen geradestehen, und - offen gesagt - die meisten von ihnen sind in ihren Heimatländern nur Mittelmaß."

Vet?vendosje!
Vetevendosje! Demonstration

Albin Kurti hat wiederholt zum ?ffentlichen Protest gegen die UNMIK aufgerufen:

"Ich hoffe, dass das Volk des Kosovos einen Aufstand durchführt, aber friedlich und ohne Gewalt, weil im Falle eines gewaltsamen Aufstands die UNMIK und die KFOR und die Polizei sehr genau weiß, was sie tun müssen, da sie selber gewalttätig sind. So werden sie dann die Bürger zusammenprügeln, sie auch noch verantwortlich machen und ihre eigene Herrschaft fortsetzen. Wenn es aber friedliche und gewaltlose Demonstrationen und einen solchen Aufstand gibt, dann können sie damit nicht wirklich umgehen."

Der EU-Mission steht er auch kritisch gegenüber. In Prishtina kleben auf den Ampeln Sticker von Vetevendosje, mit dem Aufdruck "Nein zur EUMIK":

"Wir wollen die Europäische Union mit ihrer ganzen Bürokratie nicht hier im Kosovo, sondern den Kosovo in der Europäischen Union. Kosovo bleibt weiterhin ein Pulverfass, das durch schlechte Verwaltung, Arbeitslosigkeit und Armut ernährt wird. Es gibt eine gro?e Enttäuschung über die lokalen und die internationalen Politiker. Es bedarf nur eines Funkens!"

May 2008

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