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Fatos Nano
Fatos Nano

Fatos Nano war einst Albaniens Premierminister und Vorsitzender der Sozialistischen Partei Albaniens. Wie sein Rivale Sali Berisha, war Nano eine führende Persönlichkeit in der albanischen Politik nach dem Fall des kommunistischen Regimes. Wie auch Berisha war er ein wesentlicher Akteur über 15 Jahre hindurch, als er mehrer Legislaturperioden an der Macht war. Auch ihm wurde, wie Berisha, Korruption, Manipulation der Wahlen und das Versäumnis vorgeworfen, den Lebensstandard der Albaner zu verbessern. Die Jugendbewegung MJAFT, die ihre Kampagne für Buergeraktivismus unter Nanos Regierung begann, haben ihn und seine Politik oft kritisiert und belächelt.

Nano wurde 1952 in Tirana geboren. Während des Kommunismus war er eine bekannter Ökonom and der Universität Tirana, wo er dissertierte und später als Professor unterrichtete. 1991 ernannte ihn Präsident Ramiz Alia zum Premierminister der formellen Regierung, die das Land auf demokratische Wahlen vorbereiten sollte. Er trat im Juni zurück, als die Gewerkschaften einen Generalstreik ausriefen. Auf dem 10. Kongress der Albanischen Arbeiterpartei im Juni 1991, wurde die Partei formell aufgelöst. Die Sozialistische Partei wurde ihr Rechtsnachfolger und Fatos Nano zum ersten Vorsitzenden der Partei gewählt. Diese Position sollte er für die kommenden 14 Jahre behalten. Er trat am 1. September 2005 zurück.

Im Juli 1993, wurde Nano wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Den ehemalige Führer der Kommunisten und Albaniens Präsident Ramiz Alia traf dasselbe Schicksal. Schließlich begnadigte Berisha Fatos Nano und ließ ihn in den Wirren von 1997 frei und ernannte ihn zum Premierminister. Nach den Parlamentswahlen im Juli 1997 trat Rexhep Mexhani das Berisha's Amt des Präsidenten an und machte Nano zum Ministerpräsidenten.

Am 12. September 1998 wurde Azem Hadjari, Parlamentarier der Demokratischen Partei, auf offener Strasse vor dem Parteihautquartier in Tirana erschossen. Vor den Gebäuden der Ministerien kam es zu heftigen Ausschreitungen, die zu Konfrontationen mit der Polizei führten.

"Nano beschuldigte die Demokraten, direkt mit dem Mord an Hadjari in Verbindung zu stehen. Am 14. September stürmten Hadjaris Anhänger das Gebäude des Premierministers und übernahmen vorübergehend die Kontrolle über Regierungsgebäude und staatliches Radio und Fernsehen. Fatos Nano trat von seinem Amt zurück und verschwand für zwei Tage von der Bildfläche, da er nach Mazedonien geflohen war. Nachdem er nach Tirana zurückgekehrt war, gelobte der Premierminister, nicht von seinem Amt zurückzutreten und beschuldigte Berisha, einen Putsch geplant zu haben. Am 18. September stimmte das sozialistisch Kontrollierte Parlament mit überwältigender Mehrheit für die Aufhebung der Immunität Berishas, um seine Festname zu ermöglichen. Aufgrund von Befürchtungen, dass Albanien kurz davor stand, zu politischem und sozialen Chaos von 1997 zurückzukehren, warnte die internationale Gemeinschaft Nano davor, Berisha festzunehmen. Nanos Entscheidung, aus Tirana zu fliehen und Zuflucht im Nachbarland Mazedonien zu suchen, hatte seine bereits verminderte Autorität ernsthaft geschwächt. Mit seinen vereitelten Plänen, Berisha festzunehmen und einer wachsenden Opposition innerhalb seiner eigenen Partei konfrontiert, trat Nano am 28. September zurück."

("The New European Diasporas: National minorities and Conflict in Eastern Europe", ed. Michael Mandelbaum, 2000)

Die sozialistische Partei blieb an der Macht, und Nano kehrte im Juli 2002 für seine dritte Amtsperiode als Premierminister zurück. Im Februar 2004 kam es zu den größten Demonstrationen Albaniens seit 1997, bei denen Nanos Rücktritt gefordert wurde. Geschätzte 20.000 Menschen auf Tiranas Strassen riefen "Nano, go!". Dem Premierminister wurde Korruption und Wahlbetrug vorgeworfen. Sein Rivale Berisha nannte ihn "Albaniens Feind' und meinte, 'er ist es, der die Hoffnung der Albaner erstickt." (BBC Artikel, 2004).

Nano wurde auch Objekt von MJAFT Protesten, nachdem er das Staatsprotokoll geändert hatte, um seiner neuen Ehefrau den Titel 'First Lady der Republic' zu verleihen, den er der Frau des Präsidenten genommen hatte. Um diesen Akt zu verhöhnen, wurden 50 Freiwillige von MJAFT mit Brautkleidern bekleidet. Diese protestierten vor dem Büro- des Premierministers und verlangten die Möglichkeit, den Titel 'First Lady' zu bekommen. Am Tag darauf wurde 'MJAFT' wegen 'unrechtmäßiger Versammlung' angeklagt'. MJAFT fügte sich der Anklage und händigte die Organisatoren der Proteste - eine Schaufensterpuppe - auf einer öffentlichen Pressekonferenz aus.

Die sozialistische Partei erlitt bei den Wahlen im Juli 2005 eine große Niederlage, und Berisha folgte auf Nano als Premierminister. Fatos Nano trat im September 2005 als Parteichef zurück. Der Chef der Sozialistischen Partei ist heute Tiranas Bürgermeister Edi Rama. Nano hat keineswegs die Albanische Politik verlassen. 2007 forderte er die Mehrheit seiner eigenen Partei heraus, als er sich als Kandidat für die Anstimmung im Parlament über den zukünftigen Präsidenten aufstellen ließ. Jedoch ohne Erfolg. Er bekam nur drei Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang und fünf im zweiten.

May 2008

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