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Tirana - Lana River
Tirana - Fluß Lana

Tirana ist seit 1925 Hauptstadt von Albanien und war deshalb auch Schauplatz für die extremsten Experimente und dramatischen Entwicklungen des 20.Jahrhunderts.

Enver Hoxha führte Tirana und Albanien durch vier Jahrzehnte der Isolation, unter stalinistischem Kommunismus in seiner reinsten Form.Seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Staates war Tirana das Zentrum eines Landes, das den Wechsel von Institutionen, die politische und finanziellen Tumulte, Massenauswanderung und gewaltsame Demonstrationen erlebte.Albanien stellt eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsmärkte in der neueren europäischen Geschichte dar. Im 21.Jahrhundert kam es unter Edi Rama, Künstler und Bürgermeister von Tirana, zu den lebhaftesten und sichtbarsten Veränderungen in der Stadt.

Im Jahre 1614 wurde die Stadt Tehran vom osmanischen Herrscher Süleiman Pahsa Mulleti in jener Gegend gegründet, in der es bereits seit tausenden Jahren Siedlungen gegeben hatte. Die Stadt lag an der Kreuzung zweier Handelsrouten und florierte 200 Jahre lang, bis zu der Herrschaft der Toptani Familie im Jahr 1816, die eine Periode des Niedergangs einleitete. Tirana wurde 1920 zum ersten Mal Hauptstadt, und ist seit 1925 ununterbrochen Hauptstadt Albaniens. König Zog I wurde 1928 in Tirana gekrönt. Unter seiner Herrschaft fand eine Modernisierung Tiranas mit Hilfe von Architekten aus Italien statt.

Während des zweiten Weltkrieges wurde Tirana von Italien besetzt und dann nach 1943 von den Deutschen. Die Albanische Sozialistische Partei formierte sich in diesen Jahren und viele der Partisanen, die in der nationalen Befreiungsarmee (NLA) gekämpft haben, waren Kommunisten.Enver Hoxha, Oberbefehlshaber der NLA, wurde im Oktober 1944 Premierminister der Übergangsregierung. Unter seiner Herrschaft wurde Tirana das Industriezentrum des kommunistischen Albanien, vor allem in der Maschinen- und Nahrungsmittelproduktion. Das Regime baute in Tirana auch eine Universität, eine Oper, Museen und ein Filmstudio. Trotzdem waren die 40 Jahre von Enver Hoxhas Herrschaft eine Zeit der Not. Tirana und das ganze Land litten unter den Folgen der zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Isolierung unter dem repressiven Diktator.1962 gelang es James Cameron, wie nur einigen wenigen ausländischen Journalisten, ins kommunistische Albanien einzureisen, und er beschrieb die Rückständigkeit Albaniens:

"Vorbei am Neu-Albanien-Boulevard und dem Skanderbeg-Platz, wo eine riesengroße Stalin-Statue über den […] Bannern wacht, die dem Arbeiterstaat langes Leben verheißt, verläuft sich Tirana in einem Durcheinander von kleinen, verworrenen Straßen und Wegen voll unverkennbarer Armut und auch zunehmendem Charme […]. Dort sieht man eine Art von Albanern, die man allenfalls auf einem Folklorefest vermuten würde.Die Hälfte der Leute trugen die eintönige Kleidung eines normalen städtischen Proletariats, aber die andere Hälfte spaziert ganz unbefangen in sackartigen Hosen der muslimischen Landbevölkerung umher. Albanien muss eines der wenigen Länder sein, wo die bäuerlichen Trachten tatsächlich noch von den Bauern getragen werden. Dies gab den Nebenstraßen Tiranas ein wundervolles verwegenes Bild."

Heute sieht Tirana ganz anders aus. Zwischen 1999 und 2004 stieg die Zahl der Autos von 1.000 auf 125.000. Die Bevölkerung hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt und liegt heute bei über 700.000. Der Zustrom von Migranten aus den ländlichen Gebieten hat dieses Wachstum beschleunigt. Im selben Zeitraum wanderten jedoch viele Albaner ins Ausland ab, vor allem nach Griechenland und Italien. Trotz der Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften und der Krise, die 1996 und 1997 dem Kollaps der Pyramideninvestitionen folgte, gab es ein schnelles Wirtschaftswachstum.

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Tirana.© 2008 pre tv.All rights reserved.

Tiranas Modernisierung war nicht nur wirtschaftlich. Edi Rama, Tiranas Bürgermeister seit 2000, hat das Stadtbild mit einer Reihe innovativer Projekte verändert.Er ist selber Künstler, ergriff die Initiative und ließ viele der grauen Fassaden von Tiranas alten Häusern neu streichen.Rama erzählte auf der Architektur-Biennale in Rotterdam:

"Als wir das erste Gebäude bemalten - violett und orange - bekam ich einen Anruf: da sind hunderte Leute auf der Straße, es gibt ein Verkehrschaos. Und alle begannen, von Farben zu sprechen - es war das erste Mal, dass Menschen über etwas diskutierten, was existierte, und nicht darüber sprachen, welcher der schnellstmögliche Weg war, das Land zu verlassen."

Rama, der zum Weltbürgermeister des Jahres 2004 gewählt wurde, beleuchtete Tiranas Straßen in der Nacht, ließ viele illegal errichtete Gebäude und Kioske abreißen, und erweiterte Tiranas Park- und Grünanlagen im Rahmen des 'Sauber und Grün'-Projektes. Tirana muss sich weiterentwickeln, um die Belastungen zu bewältigen, die mit der schnellen Entwicklung einhergehen. Die schnell wachsende Bevölkerung hat nur beschränkten Zugang zu Strom, fließendem Wasser und belastet die veraltete Infrastruktur der Stadt. Die steigende Zahl an Autos hat zum Problem starker Luftverschmutzung beigetragen. Trotzdem ist die Stadt stagniert die Stadt nicht mehr wie zu Zeiten des Kommunismus und es gibt Grund genug zu hoffen, dass Tirana diese neue Dynamik nutzen wird, um all diese Probleme zu lösen.

May 2008

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