23 June 2006
Debate on Islamic Calvinists continues…

In the past two weeks, the German and Austrian quality papers Süddeutsche Zeitung and Der Standard respectively wrote on ESI's Islamic Calvinists study. While Süddeutsche Zeitung published a long feature story on economic and social changes in Kayseri and the people mentioned in ESI's report, Der Standard featured a detailed interview with ESI President Gerald Knaus on issues of social, economic, and cultural change in Turkey as well as Turkish EU accession.

"Der Lohn des frommen Fleißes"

Die Unternehmer von Kayseri sind eine hervorragende Fallstudie für - ausgerechnet - [Max] Webers Thesen über die Protestanten: fromm und asketisch, ja, aber gleichzeitig arbeitswütig, sparsam, solidarisch und vorausplanend investierend.

Süddeutsche Zeitung - Der Lohn des frommen FleißesEs heulten nicht wenige im Land auf, als der ESI-Bericht erschien: Auf der einen Seite protestierte der harte Kern der Säkularen in der Türkei, für die es nicht sein kann, dass fromme Leute wirtschaftlich Erfolg haben; auf der anderen Seite religiöse Ultras, die einen heimlichen christlichen Missionierungsversuch vermuteten. Die Bosse von Kayseri jedoch verstanden das Lob. Der türkische Außenminister Abdullah Gül - prominenter Sohn der Stadt Kayseri - höchstpersönlich verkündete, er sei stolz darauf, ein islamischer Calvinist zu sein.

 Download Süddeutsche Zeitung article


"Es ist hilfreich, die Türkei mit Spanien zu vergleichen"

Gerald KnausEs ist […] keine theoretische, sondern eine empirische Studie über Entwicklungen in Regionen, die man besuchen kann: viele Journalisten haben das in den letzten Monaten auch getan. Eigentlich war die Studie ja für ein europäisches Publikum gedacht. Wir wollten aufzeigen, wie sehr sich in den letzten Jahren das anatolische Hinterland sozial, ökonomisch und kulturell gewandelt hat. Die Studie hat jedoch auch in der Türkei ein erstaunliches Echo hervorgerufen.

Dabei spielt wohl der immer noch schwelende Kulturkampf zwischen einer prowestlichen Elite und einem konservativen Hinterland eine Rolle. Wir haben ja festgestellt, dass es gerade auch im türkischen Kernland zu einer Versöhnung zwischen einer konservativen, religiösen Gesellschaft und den Werten einer nach Europa orientierten Politik und Marktwirtschaft kommt. Außenminister Gül hat sich selbst als "Islamischer Calvinist" bezeichnet und wurde oft darauf angesprochen, auch von Olli Rehn.

 Download Der Standard article

About us
Photo credits
Alan Grant is an Irish photographer who travelled extensively in the Balkans and other countries and regions of the world. Thanks to him, ESI is able to show fascinating pictures of the Balkans: the facades of Tirana, the painted mosques of Travnik, the fabulous old houses of Plovdiv and the spectacular blue of water - dark in the Bay of Kotor, emerald in the river valleys of Bosnia, deep blue in Ohrid, twinkling in the Aegean Sea and on the Bosporus.

You can find out more about Alan Grant on his websites:
Jonathan Lewis lives between London and Istanbul. He moved to London and spent many years studying photography and now specialises in photojournalism, documentary photography and commercial work for a wide variety of private and commercial clients in the UK, Europe and Turkey. His work has appeared in a number of magazines and publications and is used on the ESI website as well.

You can find out more about Jonathan Lewis on his website www.jonathanlewisphoto.com