Fakten und Daten:
Offizieller Name: |
Republik Kosovo |
Unabhängigkeit: |
Das kosovarische Parlament erklärte den Kosovo am 17. Februar 2008 für unabhängig. |
Bevölkerung: |
Ca. 2 Millionen (letzte Volkszählung im Jahr 1991) |
Hauptstadt: |
Prishtina (ca. 250.000) |
Andere wichtige Städte: |
Prizren, Peja/Pec, Mitrovica |
Fläche: |
Ca. 10.000 qkm |
Hauptreligionen: |
Muslimisch, serbisch-orthodox, katholisch |
Sprachen: |
Albanisch, Serbisch, Türkisch, Romani, Bosnisch |
Wichtigste Bevölkerungsgruppen |
Albaner 88 Prozent, Serben 7 Prozent, 5 Prozent andere (Türken, Bosniaken, Roma, Ashkali, Ägypter, Gorani) |
Währung: |
Euro |
Präsident: |
Fatmir Sejdiu, seit Mai 2006. Am 9. Januar 2008 erneut im Amt bestätigt. |
Premierminister: |
Hashim Thaci, seit Januar 2008 |
EU-Beziehungen: |
Der Kosovo unterhält keine vertraglichen Beziehungen zur Europäischen Union. Bis Mai 2008 haben nur 18 von 27 EU-Mitgliedsstaaten die Unabhängigkeit des Kosovos anerkannt. Nach seiner Unabhängigkeit verpflichtete sich der Kosovo auf den sogenannten "Ahtisaari Plan" (oder: Umfassender Vorschlag für eine abschließende Klärung der Statusfrage), der die Oberaufsicht durch eine internationale Behörde vorsieht (International Civilian Office, ICO). Der Leiter dieser Behörde ist die oberste Instanz im Kosovo und gleichzeitig der Sondergesandte der Europäischen Union. Zusätzlich entsendet die EU eine große Mission unter dem Namen EULEX, die insbesondere Polizei- und Justizaufgaben wahrnimmt. Sie hat auch exekutive Befugnisse, was nahe legt, dass Kosovo ein Protektorat der Europäischen Union werden wird. |
Internationale Organisationen: |
Kosovo ist derzeit kein Mitglied internationaler Organisationen (Mai 2008) |
Politische Parteien: |
Die letzten Wahlen im Jahr 2007 brachten die folgenden Parteien in das 120 Sitze zählende Parlament: PDK (Demokratische Partei Kosovos). Die PDK ist die Partei des derzeitigen Premierministers Hashim Thaci. Sie verfügt über 37 Sitze im Parlament und regiert in Koalition mit der LDK. Die PDK wurde von Mitgliedern der Kosovobefreiungsarmee gegründet. LDK (Demokratische Liga Kosovos). Die LDK steht derzeit unter dem Vorsitz von Fatmir Sejdiu, dem kosovarischen Präsidenten und verfügt über 25 Sitze im Parlament. Sie wurde Anfang 1990 gegründet, nachdem Serbien die Autonomie des Kosovos aufgehoben hatte. Von Beginn an wurde die Partei von dem Schriftsteller Ibrahim Rugova geführt und stand für friedlichen Widerstand gegen den serbischen Staat. In den 1990ern organisierte die Bewegung ein paralleles Bildungs- und Gesundheitssystem. Nach dem Krieg gewann sie bis 2007 alle Wahlen und Ibrahim Rugova wurde Präsident des Kosovo. Nachdem er im Januar 2006 gestorben war, spaltete sich die LDK. AKR (Neue Allianz für Kosovo). Die AKR verfügt ?ber 13 Sitze und wurde erst kürzlich von dem in der Schweiz lebenden albanischen Geschäftsmann Bexhet Pacolli gegründet. Er begründete seinen Reichtum im Baugewerbe, darunter mit Aufträgen in Russland zur Zeit Boris Jeltsins. LDD (Demokratische Liga Dardaniens). Die LDD verfügt über 11 Sitze im Parlament und ist eine neue Partei unter Führung des ehemaligen Parlamentsvorsitzenden (und ehemals führenden LDK-Mitglieds) Nexhat Daci. Die LDD trat zusammen mit der kleineren PShDK (Albanische Christdemokraische Partei des Kosovo) an. AAK (Allianz für die Zukunft Kosovos). DieAAK verfügt über 10 Sitze im Parlament und wurde von dem ehemaligen KLA-Kommandeur (Kosovo-Befreiungs-Armee) Ramush Haradinaj gegründet. Die Hochburg der Partei liegt im Westkosovo im Gebiet um Peja, Decan und Gjakova, wo Haradinaj während des Krieges 1999 aktiv war. Nach den Wahlen von 2005, und obwohl seine Partei nur 9 Sitze im Parlament gewonnen hatte, wurde Ramush Haradinaj in einer Koalition mit der LDK Premierminister des Kosovo. Während seiner ersten 100 Tage im Amt wurde er vom Haager Kriegsverbrechertribunal in 17 Punkten angeklagt, darunter Mord und Vergewaltigung. Haradinaj stellte sich dem Gericht und kehrte nach seinem Freispruch am 3. April 2008 in den Kosovo zurück. |
Gemäß der Verfassung werden 100 Mandate an Parteien verteilt, die die Fünf-Prozent-Hürde überwinden müssen, um Sitze im Parlament zu erringen. Für Parteien von Minderheiten gilt keine Hürde. 20 zusätzliche Mandate werden proportional zur Stimmenzahl zwischen den Parteien der Minderheitsgruppen verteilt. Davon erhalten die Serbischen Parteien immer 10 Sitze im Parlament; die übrigen Minderheiten erhalten zusammen ebenfalls 10 Sitze und zwar nach einem festen Schlüssel: Vier Sitze gehen an Roma (1 Sitz), Ägypter (1 Sitz) und Ashkalli (2 Sitze), Bosniaken erhalten 3 Sitze, Türken 2 und Gorani 1 Sitz.
Bei den Parlamentswahlen von 2007 erhielten die Parteien von Minderheiten insgesamt 5,4 Prozent der tatsächlichen Stimmen und errangen zusätzlich 4 der regulären 100 Mandate: 2 gingen an bosniakische Parteien, 1 an eine türkische und 1 an eine Partei der Ashkalli.

Ein weiteres Faktum: Stromausfälle im Kosovo machen Generatoren allgegenwärtig
May 2008
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