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Bathore
Bathore. Foto: flickr/andrea pi

In den frühen 90er Jahren war Kamza ein ländlicher Vorort von Tirana mit etwa 7.000 Einwohnern. Im Zuge der Landprivatisierung und der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit strömte eine große Zahl von Migranten aus dem albanischen Nordosten nach Kamza. Nach den Unruhen die dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1990 folgten und dem Fehlen jeglicher staatlicher Unterstützung, sind viele in die Nähe von großen Städten gezogen, um dort nach neuen Möglichkeiten zu suchen.

Jegliche Bautätigkeit war illegal, und anfangs gab es auch keinerlei Infrastruktur. Clarissa de Waal beschreibt die Motive dieser frühen Landbesetzer, die sich rund um Albaniens griesere Städte ansiedelten:

"Die Slumbewohner waren dazu verdammt unter Bedingungen zu leben, die für Erwachsene eine unheimliche Belastung bedeuteten und bei Kindern eine große Anfälligkeit für Krankheiten verursachten …. . Jemand musste immer zu Hause bleiben um Diebe zu vertreiben. Die jüngsten Kinder waren oft schwach und kränklich, wurden im Sommer von Moskitos geplagt und litten das ganze Jahre über an mangelnder Hygiene, denn es gab kaum genug Wasser zum Waschen und keinerlei Abwassersystem.

… Ich fragte einmal eine Bekannte mit einem kranken Baby und zwei kleinen Kindern (die drei älteren lebten weiterhin mit den Schwiegereltern in Fushe Arrez):"Ist es wirklich schlimmer für Euch in Fushe Arrez? "Du warst wohl noch nie in Fushe Arrez," antwortete sie. "Es ist ein furchtbarer Ort, so steil, es gibt kaum Land. Mein Ehemann ist einer von sieben Brüdern; sie besitzen 70 Quadratmeter Land. Die Mine ist geschlossen. Wir leben hier schon seit zwei Jahren" … eine fruchtbare Ebene, in der Nähe zur Hafenstadt Durres, nur eine Stunde Fahrt von der Hauptstadt; und die Hoffnung, in der Zukunft einmal ein eigenes Haus zu besitzen. Das war eindeutig die bessere Wahl". " (de Waal, 2005, S. 238)

Viele haben sich in Bathore, einer Gegend in der Gemeinde von Kamza, niedergelassen und haben hier illegal ihre Hütten und Verschläge gebaut. Infolge dieser unkontrollierten Expansion der Städte entstanden große Slumviertel ohne jegliche Infrastruktur. Niemand weiß genau wie viele Menschen in diesen informellen Siedlungen leben, denn die Gemeinde schafft es, nur 60 Prozent der Neuankömmlinge zu registrieren. Manchen Schätzungen zufolge hat sich die Bevölkerung in Kamza zwischen 1990 und 2003 verzehnfacht.

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Wenn man bedenkt, dass hier früher nur 7,000 Menschen gelebt haben und heute fast so viele wie in Durres, Albaniens zweitgrößter Stadt, ist das ein unheimlich schnelles Wachstum. Auch wenn Albaniens Wirtschaft in letzter Zeit gewachsen ist, sind die wirtschaftlichen Perspektiven für diese Neuankömmlinge beschränkt. Die hohe Arbeitslosigkeit einer schnell wachsenden Bevölkerung bereitet den verarmten Gemeinden große Sorgen, zusätzlich zu den bestehenden Problemen der Wasser- und Stromversorgung und fehlender sanitärer Infrastruktur.

Die Weltbank, UNICEF und viele NGOs haben versucht, die Lebensbedingungen durch den Bau von Schulen, Krankenhäusern und durch die sukzessive Einrichtung des Kanalisations -und Wassersystems zu verbessern.

May 2008

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