Mount Ararat. Photo: flickr/(Mojuba)
Mount Ararat. Photo: flickr/Hovik Melikyan

ESI report: Noah's Dove Returns. Armenia, Turkey and the Debate on Genocide (21 April 2009). Also available in Armenian: Նոյի Աղավնին Վերադառնում է. Հայաստանը, Թուրքիան և քննարկումները Ցեղասպանության շուրջ. Executive summary in Armenian, German, French, and Turkish

"The Istanbul-based think tank European Stability Initiative issued a report on the eve of the April 24 anniversary criticizing the Turkish government for spending considerable political capital on fighting pro-genocide campaigns. "This is a battle Turkey cannot win," the report said."

The Washington Times, Iason Athanasiadis, "Liberal Turks call pogrom a 'genocide'" (30 April 2009)

"Die türkische Außenpolitik hat einen dramatischen Wandel durchlaufen", sagt Gerald Knaus vom Forschungsinstitut European Stability Initiative (ESI) in Istanbul: "Vor zehn Jahren noch sah sich das Land überall von Todfeinden umgeben, heute behandeln (die Türken) die Nachbarn als einen Ring von von Partnern. Armenien ist das letzte Puzzleteilchen, das hier noch fehlt." Das ESI hat diese Woche einen Bericht über die türkisch-armenische Annäherung veröffentlicht. "Das läuft alles in die richtige Richtung", sagt Knaus. "Aber die Türkei muss erkennen, dass sie in der Völkermorddebatte den Kampf längst verloren hat. Weil sie eine Debatte verloren hat, die weltweit geführt wird."

Süddeutsche Zeitung, Kai Strittmatter, "Ausgestreckte Hände, zögerliche Schritte" (24 April 2009)

"Eine dieser Tage erschienene Studie zur Armenien-Diskussion, veröffentlicht von der "Europäischen Stabilitätsinitiative", hat die wichtigsten Etappen dieser Öffnung in der Türkei nachgezeichnet, etwa die Veröffentlichung von zeitgenössischen (türkischen) Dokumenten, die nachweisen, dass die Anzahl der Armenier im Osmanischen Reich von 1 256 000 vor dem Jahr 1915 auf 284 000 zwei Jahre danach fiel. Der blutige Fehlbetrag von fast einer Million beschäftigt beide Staaten bis heute. Ein wichtiges Datum der türkischen Auseinandersetzung damit ist der 9. Oktober 2000, als der Istanbuler Historiker Halil Berktay in einem Zeitungsinterview von "Todesschwadronen" und aus Kriminellen zusammengestellten Freischärlereinheiten sprach, die den Armeniern auf den Hals gehetzt worden seien. Das waren bis dahin unerhörte Worte, denen auch Taten folgten: Berktay gehörte im Jahr 2005 auch zu den Organisatoren einer wissenschaftlichen Konferenz über das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich, die nach vielen Widerständen in Istanbul abgehalten wurde. Ein liberaler Zeitungskommentator fasste den Tabubruch in einem Bericht über die Veranstaltung in ironisches Staunen: "Das Wort 'Genozid' wurde auf der Konferenz ausgesprochen, und dennoch dreht sich die Welt noch immer und die Türkei ist weiter an ihrem Platz."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Michael Martens, "Die Herrschaft der Toten" (23 April 2009)

"Nun zeigt ein neuer Bericht des Thinktanks European Stability Initiative (ESI), dass die türkische "Genozid-Diplomatie fast komplett gescheitert ist". Die ganze Welt spreche heute vom Völkermord an den Armeniern. Wenn seriöse Historiker die Fakten von 1915 mit den UN-Konventionen vergleichen, haben sie kaum Zweifel, dass es einer war. Die Nationaltürken laut ESI sind in der Sackgasse, genauso wie die armenischen Genozid-Missionare."

Die Zeit, Michael Thumann, "Das G-Wort" (23 April 2009)

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