Europäische Stabilitätsinitiative - ESI - 22. Oktober 2017, 10:24
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Stevan Kordic
Stevan Kordic

Stevan Kordic arbeitet seit zehn Jahren als freiberuflicher Fotograf im historischen Hafen von Kotor. Er unterichtet auch Mathematik an Kotors Marineuniversität. Sein Leben in seinem Geburtsort Kotor wurde seit jeher inspiriert von dessen reichem architektonischen Erbe, von prachtvollen Kirchen und Stadthäusern, umgeben von den berühmten Stadtmauern.

Seine Fotos wurden bisher in Kotor, Tivat, Podgorica, Belgrad, Zagreb, Sarajewo, Berlin und Rom ausgestellt.

Eine umfassende Auswahl seiner großartigen Fotos ist auf seiner Website, Stevan Kordic Photography www.kordic.info zu sehen. Er ist ein aktives Mitglied bei Europa Nostra www.europanostra.org. Stevans Fotos, inklusive der Website, wurden in vielen Publikationen und Webprojekten veröffentlicht.

View of the island of St George's Benedictine Monastery from the loggia of the church on the island of Our Lady of the Rock. Foto: Stevan Kordic
Savina, Donji Grbalj, Bay of Kotor, St. Sava Church. Foto: Stevan Kordic

Stevan ist ein Bokelj, ein Einwohner der Bucht von Kotor mit ihrem eindrucksvollen Fjord, hinter dem sich der Berg Lovcen erhebt, und der einen der Hauptzugänge nach Montenegro darstellt. Dies ist auch ein Grund für Kotors religiöse Vielfalt.

Zwischen 1420 und 1797 kontrollierten die Venezianer die Stadt, und Perast - in der Bucht von Kotor - war einer ihrer wichtigen Marinestützpunkte. Stevan sagt:

"Vom Westen kamen die bedeutendsten Einflüsse aus Venedig, denn die Bucht von Kotor war seit 1420 bis zu deren Ende Teil der Republik Venedig. Als die französischen Truppen bereits bis nach Venedig vorgedrungen waren, flohen die Venezianer nach Kotor - und auch nach Perast. Nicht in Venedig, sondern hier in Perast wurde die Gonfalone, die Flagge Venedigs, feierlich begraben, ein Akt, der das Ende der Republik symbolisierte."

"Diese Meerenge war auch die Verbindung zum Osten. Sie war die wichtigste Verbindung nach Byzanz und später ins osmanische Reich. Wir auf dem Balkan wissen nur zu gut, dass es einseitig wäre, die Schuld für unsere Probleme den Türken zuzuschreiben. Die Beziehung mit der Türkei war f�r uns in Wirklichkeit sehr wichtig. Auf der einen Seite bedeutete sie zwar eine Isolation von den europäischen Ereignissen und Entwicklungen, doch sie brachte auch etwas Anderes, und das war die Verbindung zum Orient. Folglich vereint Montenegro heute eine einzigartige Kombination aus der östlichen-orthodoxen Kirche und der Kultur, die sie mit sich brachte, aus den römisch-katholischen und den westlichen Einflüssen und natürlich auch aus der islamischen Kultur, die die Osmanen hierher brachten."

Stevans Familie ist typisch für die reiche kulturelle Vielfalt in Kotor. Er sagt:

"Die Familie meines Vaters, die Kordici, sind orthodox, während die Familie meiner Mutter, die Radovici, Katholiken sind. Als Folge dieser Situation in unserer Familie haben wir immer sowohl die eine als auch die andere Tradition geehrt. Wir feiern die religiösen Hauptfeste, wie Weihnachten oder Ostern, immer zweimal, und ich muss zugeben, dass mir das sehr gut gefällt, denn es ist schöner, zwei Weihnachten zu haben als eines. Außerdem ist diese Situation ganz normal. In der Bucht von Kotor gibt es viele gemischte Familien, und es ist üblich, die religiösen Feiertage nach dem katholischen sowie dem orthodoxen Kalender zu feiern."

April 2008
ESI

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27. April 2008, 00:00