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Bulqiza
Bulqiza

Der Bezirk um Peshkopi, einer kleinen Stadt im Nordosten Albaniens, liebt 20km von der Mazedonischen Grenze entfernt und ist bekannt für seine Metall und Mineralvorkommen, unter anderem Eisen, Kupfer, Chrom und Schwefel. Eine der großen Minen in diesem Gebiet ist Bulqiza, etwa 20km von Peshkopi entfernt. Im Juni 2007 traten die Arbeiter der Eisenchrommine in Bulqiza in den Streik, um gegen niedrige Löhne und schlechte Sicherheitsbedingungen zu protestieren. Die Wut der Arbeiter steigerte sich noch, nachdem zwei Minenarbeiter, Hysni Lezi und Avni Durici, bei einem Unfall am 11. Juni ums Leben kamen.

Dieser Unfall war keine Ausnahme. Im Februar 2008 berichtete die Balkan Times von acht Minenarbeitern, die im Jahr zuvor ihr Leben verloren hatten. Nach einem Unfall im September 2005 mit fünf Toten, hatte Premierminister Berisha in einer Pressestunde auf Vizion Plus bereits versprochen, die Situation in der Mine untersuchen zu lassen.

Am 25. Juni 2007 begannen 21 Arbeiter einen Hungerstreik. In der Zeit vor den Präsidentschaftswahlen wurde dieser Protestakt aber von den Medien kaum wahrgenommen. Die Bürgerrechtsbewegung Mjaft beschloss, die streikenden Minenarbeiter zu unterstützen und organisierte Demonstrationen in Tirana, um nationale Aufmerksamkeit zu erregen. Mjaft half dabei, die Minenarbeiter nach Tirana zu bringen, um dort vor den Regierungsgebäuden, unter anderem vor dem Buero des Premierministers, zu protestieren. Die Minenarbeiter und Aktivisten von Mjaft kampierten zwei Nächte lang auf Tiranas Straßen, vor laufenden Fernsehkameras. Schließlich war der Protest ein Erfolg, und das Minenmanagement erklärte sich bereit zu verhandeln.

Während die Verhandlungen mit der Deca Metal Company einen ersten Schritt in die richtige Richtung bedeuteten, setzten sich die Probleme in Bulqiza fort. In einer Pressemitteilung am 14. August 2007 beschuldigte Mjaft die politischen Parteien, das Problem zu politisieren und beschuldigte die Gemeindeverwaltung, Druck auf die Minenarbeiter auszuüben. Diese Pressemitteilung erfolgte nach dem Tod von Zajmi Hysa, Minenarbeiter und Sekretär der Bulqiza Gewerkschaft und einer der Organisatoren des Streiks.

Während einer Pressekonferenz erklärte Elisa Spiropali von Mjaft:

"Der Tod von Minenarbeiter Hysa, bereits der dritte innerhalb von zwei Monaten, ist ein klarer Beweis dafür, dass die Arbeits- und Sicherheitsvorschriften dringend verbessert und notwendige Reparaturen gemacht werden müssen. Das ist auch der Grund warum die Fortsetzung der Verhandlungen mit Deca Metal Company so wichtig ist. … Die heutige Erklärung von Mjaft! über das Minenmanagement in Bulqiza und die Gemeindeverwaltung war hart".

Wahrend der Pressekonferenz betonte Spiropali,

"Mjaft! fordert das Management der Mine und die Gemeindeverwaltung dazu auf, den unmenschlichen Druck auf die Bevölkerung und vor allem auf die Minenarbeiter sofort einzustellen".  

"Bulqiza gehört uns nicht", erklärte Spiropali den Vertretern der lokalen Verwaltung. "Jeglicher Versuch, die Stadt in Geiselhaft zu nehmen durch Nepotismus und illegale Methoden, wird scheitern. Die Minenarbeiter von Bulqiza sind zuversichtlich, dass sie gewinnen werden, und sie werden nicht aufgeben"

May 2008

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