Das Making of von Balkanexpress / Return to Europe

Für die Recherche von Balkanexpress/Return to Europe führte das ESI-Team mehr als 1.000 Interviews in zehn Ländern des Balkans, sowie in Brüssel, Wien und Rom. Die Dreharbeiten wurden von sechs Regisseuren und sechs Kameramännern durchgeführt. Nach 190 Drehtagen und der Aufnahme von 140 Interviews innerhalb von 12 Monaten hatten sie 400 Stunden Filmmaterial zusammengestellt. Das Ergebnis wird im Fernsehen gezeigt – und teilweise auch auf dieser Website.   

ORF head of culture Martin Traxl ERSTE Stiftung, Knut Neumayer
Martin Traxl, ORF Kulturchef – Knut Neumayer, ERSTE Stiftung

Am Anfang dieses umfangreichen Projekts stand eine einfache Idee.

Das Konzept von Balkanexpress entstand während zahlreicher Gespräche in Wiener Kaffeehäusern. Die Beteiligten: Gerald Knaus (ESI), Knut Neumayer (ERSTE Stiftung) und Martin Traxl (ORF/3SAT). Entscheidend war ein Brainstorming im Juli 2006 im Garten der Bosporus Universität in Istanbul, als Gerald, Knut und Martin die Durchführung der Serie beschlossen: Es sollte eine anspruchsvolle Reise in zehn Etappen sein, die in Rom beginnt, über die Adria nach Montenegro und durch das gesamte Südosteuropa führt, bis sie schließlich in Istanbul am Ufer des Bosporus endet. Gerald und Martin schrieben in der ersten Projektbeschreibung:

"Europa entdeckt seine Faszination für den Balkan. Nach Jahren blutiger Konflikte wurde die Region wieder zur Region der Hoffnung. Rumänien und Bulgarien wurden EU-Mitglieder und eine neue Generation ruft nach Wandel. Das Zauberwort, das von Tirana nach Belgrad, von Sarajewo bis nach Istanbul zu hören ist, heißt ‚Europäisierung’. Doch gibt es immer noch Spannungen in manchen Regionen.

Der Ausdruck ‘balkanische Verhältnisse’ beschreibt eine Welt von Stammesfehden und Blutrache, der politischen Unsicherheit und von Mafia-Strukturen. Heute gibt es in der Region jedoch viel mehr zu entdecken: Die Fähigkeit zu vergeben, die Rückkehr von Vertriebenen, Unternehmertum und Kreativität. Wir finden Fanatismus, aber auch Toleranz, Animosität, aber auch Koexistenz verschiedener Kulturen. In der gesamten Region finden sich Aktivisten, die ruhende Potentiale zu wecken versuchen.

Wir gingen auf Entdeckungsreise, um diesen Balkan mit seinen Veränderungen einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können. Wie viele europäische Geschichten beginnt die Reise in Rom, der ewigen Stadt. Von hier führt uns die Reise über Südosteuropa bis nach Istanbul, die größte Stadt der Region seit dem vierten Jahrhundert. Wir halten uns in Kotor an der Adria, in Novi Sad an der Donau und in Thessaloniki an der Ägäis auf. Die Reise endet neben der osmanischen 'Festung Europas' (Rumeli Hisari) in Istanbul, der Stadt der Kalifen und Patriarchen. Wir besuchen Montenegro, Albanien, Mazedonien, Kosovo, Bosnien-Herzegovina, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.

Es ist eine Reise der Farben: Die Fassaden von Tirana, die bunt bemalte Moschee in Travnik, die märchenhaften alten Häuser in Plovdiv und das eindrucksvolle blaue Wasser – dunkel in der Bucht von Kotor, smaragdgrün in den Flussbetten von Bosnien, tief blau in Ohrid, und glitzernd in der Ägäis und am Bosporus."

ERSTE Stiftung Director Boris Marte ERSTE Stiftung Chairman Andreas Treichl
ERSTE Stiftung Direktor Boris Marte - ERSTE Stiftung Präsident Andreas Treichl

Auch ein ambitionierter Plan brauchte allerdings die notwendigen Mittel zur Umsetzung. Entscheidend war daher vor allem die ständige (inspirierende und finanzielle) Unterstützung aus Wien von der ERSTE Stiftung. Die ERSTE Stiftung, vor allem  Knut Neumayer und ihr Generaldirektor Boris Marte, halfen die Idee in konkrete Pläne umzusetzen. Mit der Unterstützung des Vorsitzenden der ERSTE Stiftung Andreas Treichl stand Anfang 2007 das Projekt Balkanexpress fest.

Als nächster Schritt musste ein Team zusammengestellt werden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen dem ESI-Team aus Forschern auf der einen und einem kreativen Team aus Regisseuren, Kameraleuten, Tonmischern und Cuttern auf der anderen Seite war entscheidend. Letzteres wurde von der Produktionsfirma  Pre-TV und seinem Manager Nikolaus Wisiak zusammengestellt.

ESI und Pre-TV arbeiteten nun gemeinsam an Entwürfen, Drehbüchern, Rohschnitten und den Endprodukten, die im Fernsehen in verschiedenen Ländern Europas ausgestrahlt werden sollen. Im Juni 2007, ein Jahr nach dem ersten Treffen am Ufer des Bosporus, fuhren Drehbuchautor Wolfgang Stickler, Regisseur Peter Behringer und Gerald Knaus von ESI zum ersten mal gemeinsam nach Mazedonien. Danach fuhren verschiedene Teams von Kameraleuten und ESI-Forschern nach Albanien, Kosovo, Montenegro, Bosnien-Herzegovina, Serbien, Rumänien und Bulgarien. Die Arbeit konnte beginnen.

Robert Neumüller Cameraman Walter Reichl
Bosnien-Regisseur Robert Neumueller - Kameramann Walter Reichl

Filming in Doboj: Eggert Hardten, Gerald Knaus, Alida Vracic, Wolfgang Stickler (author), Robert Neumuller (director)
Dreharbeiten in Doboj: Eggert Hardten, Gerald Knaus, Alida Vracic, Wolfgang Stickler (Autor), Robert Neumüller (Regie)

Claudia Pöchlauer and Peter Beringer
Claudia Pöchlauer (Regie, Albanien & Montenegro) und Peter Behringer (Regie, Mazedonien, Bulgarien und Türkei)

Franz Leopold Schmelzer (Director Serbia) Gernot Stadler (Director Kosovo)
Franz Leopold Schmelzer (Regie Serbien) - Gernot Stadler (Regie Kosovo)

Team – Balkanexpress

REGISSEURE

 

Claudia Poechlauer
Peter Behringer
Robert Neumueller
Gernot Stadler
Franz Leopold Schmelzer

DREHBUCH

 

Wolfgang Stickler
Together with Gerald Knaus
And Kristof Bender

PRODUZENT

 

Nikolaus Wisiak

FORSCHUNG
 

Kristof Bender
Nigar Goksel
Ekrem Guzeldere
Eggert Hardten
Gerald Knaus
Verena Knaus
Katharina Knaus
Alexandra Stiglmayer

MUSIK:

 

Andreas Fabianek

FILM WEBSITE
  Christian Altfuldisch
Chris Langdon
GESAMTLEITUNG
  Martin Traxl
Weitersagen: Was bedeutet das?