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Stari Bar
Stari Bar. Foto: Alan Grant

Während die Geschichte von Bar bis in die römische Zeit zurückreicht, lässt diese Hafenstadt den Charme einer kleinen adriatischen Hafenstadt wie Kotor oder Budva vermissen. Nachdem die Stadt durch ein fürchterliches Erdbeben 1979 zerstört wurde, wurde Bar vollständig im sozialistischen Stil wiedererrichtet. 14.000 Menschen leben in der Stadt. Besonders beeindruckend ist die Einkaufsmeile in der Innenstadt, die einem riesigen Raumschiff ähnelt. 1976 wurde Bar durch eine neue Eisenbahnlinie mit Belgrad verbunden, die der Hafenstadt einen Aufschwung verschaffte. Die industriellen Hafenterminals dominieren noch immer das Stadtbild.

Im Jahr 2003 erklärte sich fast die Hä?lfte der Bevölkerung der Gemeinde als Montenegriner, und nur ein wenig mehr als ein Viertel als Serben. Der Rest besteht aus ziemlich großen Gruppen von Muslimen und von Bosniaken (zusammen fast 9 Prozent) und aus Albanern (8 Prozent). Die Kroaten sind die kleinste Gruppe mit weniger als einem Prozent. Sechzig Prozent der Bevölkerung gehören der orthodoxen Religion an, während 27 Prozent Muslime und 8 Prozent Katholiken sind.

Nationalität

%

Religion

%

Montenegrinisch

47,25

Orthodox

59,28

Serbisch

27,68

Islamisch

27,56

Muslimisch/Bosniakisch

8,73

Katholisch

7,75

Albanisch

7,61

Übrige

5,11

Kroatisch

0,65

   

Übrige

8,08

   

Gesamt

100,00

Gesamt

100,00

Bürger wie Suljo Mustafic, Chefredakteur von Radio Bar und Vorsitzender der lokalen Islamischen Gemeinschaft, sind stolz auf die multiethnische Tradition der Stadt. Er weist darauf hin, dass es keine nach Nationalität oder Religion getrennten Caf?s gibt, wie sie anderorts auf dem Balkan existieren.

Die Ruinen des "alten Bar", Stari Bar, sind seit dem 19. Jahrhundert verlassen und dienen einige Kilometer bergaufwärts als Zeugen der reichen Geschichte der Stadt. Das moderne Bar hat einen ganz anderen Charme. Es ist das Gebiet in Montenegro mit der höchsten Vermischung von Ethnien. Alle ethnischen Hauptgruppen und all drei Religionen leben hier friedlich nebeneinander an einem Ort.

April 2008

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