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Enes Suljkanovic
Enes Suljkanovic

Seit 2004 ist der Bosniake Enes Suljkanovic Vorsitzender des Gemeinderates von Doboj, die mehrheitlich serbisch besetzt ist. Er arbeitet eng mit Obren Petrovic, dem serbischen Bürgermeister von Doboj, zusammen. In der Rückkehr von ehemaligen Flüchtlingen nach Doboj sieht er einen enormen Erfolg.

"Tatsächlich steht Doboj hinsichtlich der Flüchtlingsrückkehr an erster Stelle aller bosnischer Gemeinden. Eine der Gründe liegt darin, dass die meisten Menschen den Krieg und die Nachkriegszeit in der Nähe ihrer Heimat verbracht haben – in Süd-Doboj, Ost-Doboj, in Tesanj, wo auch ich war, und an anderen Orten in der Umgebung. Deshalb war es für sie leicht zurückzukehren. Manche arbeiten immer noch in der Föderation und können einfach pendeln, aber wir versuchen, eine Lösung zu finden. Wir versuchen auch hier Arbeitsplätze zu schaffen."

Enes wurde in Pridjel, dem Nachbardorf von Sevarlije nahe Doboj, geboren. Er arbeitete bis Mai 1992 als Ingenieur in einer großen Kreidefabrik in Sevarlije. Er ging weg, als die Dorfbewohner ihre Waffen abliefern mussten. Enes erinnert sich an 1992:

"Man konnte die Gefahr spüren, und ich hatte eine Frau und ein erst vierjähriges Mädchen."

Er verließ Doboj einen Monat bevor sein Dorf niedergebrannt wurde.

Nach dem Krieg wurde Enes bei den Gemeinderatswahlen 1997 als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in den Gemeinderat von Doboj gewählt. Da er selbst aus seiner Heimat vertrieben war, engagierte er sich bei internationalen Organisationen für die Rückkehr der Vertriebenen.

Im Jahr 2000 konnte in sein Dorf zurückkehren. Sein Haus baute er mit Hilfe der schwedischen Entwicklungsagentur SIDA wieder auf. Heute studiert seine 19-jährige Tochter Rechtswissenschaften in Doboj und sein 11-jähriger Sohn geht in Doboj in die Grundschule.

Seit dem Krieg kehrten 20.000 Bosniaken und Kroaten in das mehrheitlich serbische Doboj und die umliegenden Dörfer zurück.

Enes Sulkanovic leitet gemeinsam mit Vertretern der öffentlichen Verwaltung, die für die Sicherheit zuständig sind, die "Kommission für die Sicherheit der Bürger" und die "Kommission für die Sicherheit der Rückkehrer in die Gemeinde Doboj". Er sagt, dass es "seit 2000 keinen einzigen ethnisch motivierten Zwischenfall gab."

June 2008

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